Ein kurzer Steuerfehler, eine unerwartete Windböe oder eine missglückte Landung – und plötzlich liegt die Drohne im See, Bach oder sogar im Meer. Ein Wasserschaden an einer Drohne bedeutet jedoch nicht automatisch, dass das Gerät nicht mehr zu retten ist. Entscheidend ist vor allem, wie schnell und richtig nach dem Kontakt mit Wasser gehandelt wird.
Besonders wichtig: Eine nass gewordene Drohne sollte nicht einfach wieder eingeschaltet werden, um zu testen, ob sie noch funktioniert. Wasser und Feuchtigkeit können in Verbindung mit elektrischer Spannung Kurzschlüsse verursachen und dadurch Schäden hervorrufen, die unmittelbar nach dem Unfall möglicherweise noch gar nicht vorhanden waren.
Wir erklären, was Sie tun sollten, wenn Ihre Drohne ins Wasser gefallen ist, welche Fehler Sie vermeiden sollten und wann eine professionelle Diagnose sinnvoll ist.
Drohne ins Wasser gefallen: Das Wichtigste zuerst
Wenn Sie die Drohne sicher erreichen können, sollte sie möglichst schnell aus dem Wasser geborgen werden. Anschließend gilt: nicht einschalten und keinen Funktionstest durchführen.
Auch wenn die Drohne äußerlich bereits trocken aussieht, kann sich im Inneren noch Feuchtigkeit befinden. Moderne Drohnen besitzen zahlreiche empfindliche elektronische Komponenten, Sensoren und Steckverbindungen. Wasser kann beispielsweise Hauptplatine, ESC, Kamera, Gimbal, Sensoren oder Motoren beeinträchtigen.
Nach der Bergung sollten Sie daher:
- die Drohne ausgeschaltet lassen
- einen eingesetzten Akku entfernen, sofern dies sicher möglich ist
- sichtbares Wasser vorsichtig abtupfen
- die Drohne nicht laden oder mit einem neuen Akku testen
- keine unnötigen Tasten betätigen
- möglichst zeitnah eine professionelle Diagnose durchführen lassen
Je weniger elektrische Spannung nach dem Wasserkontakt an den Komponenten anliegt, desto besser sind grundsätzlich die Voraussetzungen dafür, Folgeschäden zu vermeiden.
Warum Wasser für eine Drohne so problematisch ist
Bei einer Drohne treffen empfindliche Elektronik, leistungsfähige Akkus, Kameratechnik, Motoren und verschiedene Sensoren auf engstem Raum zusammen. Genau deshalb kann eindringende Feuchtigkeit sehr unterschiedliche Schäden verursachen.
Ein unmittelbarer Kurzschluss ist dabei nur eine mögliche Folge. Problematisch sind ebenfalls Rückstände und Korrosion.
Selbst wenn eine Drohne nach dem Trocknen zunächst wieder startet, bedeutet dies deshalb nicht zwangsläufig, dass kein Schaden entstanden ist. Feuchtigkeit und Rückstände können Leiterbahnen, Kontakte und Steckverbindungen beeinträchtigen. Korrosion kann sich zudem mit der Zeit entwickeln.
Eine zunächst funktionierende Drohne kann daher später beispielsweise Verbindungsprobleme, Sensorfehler, Kameraausfälle oder andere elektronische Störungen zeigen.
DJI Drohne mit Wasserschaden: Welche Komponenten können betroffen sein?
Bei einem Wasserschaden an einer DJI Drohne hängt das Schadensbild stark davon ab, wie tief und wie lange das Gerät im Wasser lag und welche Bereiche betroffen waren.
Zu den möglichen betroffenen Komponenten gehören unter anderem:
- Mainboard und weitere elektronische Platinen
- ESC und Motorsteuerung
- Motoren und Lager
- Kamera und Kamerasensor
- Gimbal und Gimbal-Motoren
- GPS- und Kommunikationsmodule
- Hindernis- und Positionierungssensoren
- Steckverbindungen und Kontakte
- interne Kabel und Flexkabel
Bei Enterprise-Drohnen können zusätzlich weitere Kamerasysteme, RTK-Komponenten oder andere spezialisierte Module betroffen sein.
Was sollte ich mit dem Akku machen?
Besondere Vorsicht ist beim Drohnenakku erforderlich. Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Akkus sollten nach Wasserkontakt nicht leichtfertig weiterverwendet oder geladen werden.
Ist Wasser in den Akku eingedrungen oder zeigt dieser Auffälligkeiten wie Verformungen, ungewöhnliche Wärmeentwicklung, Geruch oder andere sichtbare Beschädigungen, sollte er nicht erneut eingesetzt werden.
Ein beschädigter Akku kann ein Sicherheitsrisiko darstellen. Im Zweifelsfall sollte der Akku daher getrennt von der Drohne fachgerecht überprüft beziehungsweise entsprechend den geltenden Vorgaben entsorgt werden.
Drohne trocknen: Hilft Reis?
Der bekannte Tipp, nasse Elektronik einfach in Reis zu legen, hält sich hartnäckig. Für eine hochwertige Drohne ist dies jedoch keine professionelle Lösung.
Reis kann zwar Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen, erreicht aber nicht gezielt die Stellen innerhalb des Gehäuses, an denen sich Wasser gesammelt hat. Vor allem entfernt er keine leitfähigen Rückstände oder bereits beginnende Korrosion auf elektronischen Bauteilen.
Auch von aggressiven Trocknungsmethoden sollte abgesehen werden. Ein heißer Föhn, Backofen oder eine Heizung können Kunststoffe, Klebstoffe, Dichtungen und empfindliche elektronische Komponenten zusätzlich beschädigen.
Süßwasser oder Salzwasser – macht das einen Unterschied?
Ja. Für die spätere Beurteilung ist entscheidend, mit welcher Flüssigkeit die Drohne in Kontakt gekommen ist.
Ein Sturz in einen sauberen Süßwassersee ist beispielsweise anders zu bewerten als ein Absturz ins Meer. Salzwasser ist für Elektronik besonders problematisch, weil gelöste Salze leitfähig sind und Korrosionsprozesse erheblich begünstigen können.
Auch vermeintliches Süßwasser ist keineswegs unproblematisch. Teiche, Flüsse, Pfützen oder verschmutztes Regenwasser enthalten Mineralien, Schmutz und andere Stoffe, die nach dem Verdunsten des Wassers auf den Komponenten zurückbleiben können.
Bei Salzwasser oder stark verschmutztem Wasser sollte deshalb besonders schnell gehandelt werden.
Kann eine Drohne nach einem Wasserschaden repariert werden?
Ob sich eine Drohnen-Reparatur nach einem Wasserschaden lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten.
Entscheidend sind unter anderem das Drohnenmodell, die Dauer des Wasserkontakts, die Art des Wassers und die tatsächlich beschädigten Komponenten.
Ist beispielsweise nur ein einzelnes Modul betroffen, kann eine Reparatur wirtschaftlich sinnvoll sein. Sind dagegen mehrere zentrale Platinen, Kamera, Gimbal und weitere elektronische Komponenten beschädigt, können die Reparaturkosten entsprechend steigen.
Deshalb sollte vor einem umfangreichen Austausch von Bauteilen zunächst eine systematische Diagnose erfolgen.
Warum Sie die Drohne nicht einfach wieder einschalten sollten
Nach einem Wasserunfall ist die Versuchung groß: Die Drohne sieht trocken aus, also wird der Akku eingesetzt und kurz getestet.
Genau dieser Test kann jedoch problematisch sein.
Befindet sich noch Feuchtigkeit zwischen Kontakten oder auf einer Platine, kann durch das Einschalten Spannung an Stellen gelangen, an denen sie nicht vorgesehen ist. Dadurch kann ein zusätzlicher elektrischer Schaden entstehen.
Die bessere Vorgehensweise lautet deshalb: erst prüfen, dann einschalten.
Das gilt insbesondere für hochwertige DJI-Drohnen und Enterprise-Systeme, bei denen ein vorschneller Funktionstest zusätzliche Reparaturkosten verursachen kann.
Professionelle Diagnose bei Wasserschäden
Bei einer professionellen Untersuchung wird nicht nur geprüft, ob die Drohne startet. Entscheidend ist vielmehr, den Zustand der betroffenen Komponenten zu beurteilen und mögliche Rückstände, Korrosion oder elektrische Schäden zu erkennen.
Je nach Schadensbild können beispielsweise Elektronik, Steckverbindungen, Motoren, Sensorik, Kamera und Gimbal kontrolliert werden. Anschließend lässt sich besser einschätzen, welche Komponenten weiterverwendet werden können und welche ausgetauscht werden müssen.
Gerade nach einem vollständigen Eintauchen der Drohne oder nach Kontakt mit Salzwasser ist eine solche Überprüfung empfehlenswert.
Drohne mit Wasserschaden zu CopterTec einsenden
Ist Ihre DJI Drohne ins Wasser gefallen, können Sie das Gerät zur Diagnose und Reparatur an CopterTec senden. Als auf DJI Drohnen spezialisierter Servicebetrieb prüfen wir den Schaden und beurteilen, welche Reparaturmaßnahmen technisch und wirtschaftlich sinnvoll sind.
Dabei spielt es keine Rolle, ob der Wasserschaden bei einem privaten Flug, einem gewerblichen Einsatz oder mit einer Enterprise-Drohne entstanden ist. Auch eine bundesweite Einsendung ist möglich.
Wichtig ist vor allem, nach dem Unfall keine weiteren Startversuche durchzuführen.
Ihre Drohne ist ins Wasser gefallen? Schalten Sie sie nicht erneut ein und lassen Sie den Wasserschaden möglichst zeitnah überprüfen. So kann zunächst festgestellt werden, welche Komponenten tatsächlich betroffen sind und ob eine Reparatur sinnvoll möglich ist.
